Eröffnungswanderfahrt am 5. April 1925

In Ausführung des Beschlusses der Hauptversammlung vom 28.März kam heute die erste Ausfahrt unseres jungen Klubs zustande. Wenn Engel reisen, lacht der Himmel – was war also anderes Wetter als der herrlichste Sonnenschein zu erwarten, der uns Motorsportler grüsste, als wir unsere Maschinen gegen ¾  10 Uhr auf den Markt zur Aufstellung brachten. Eine Menge Schaulustiger hatte sich eingefunden.

17 Fahrer waren insgesamt erschienen und zwar die Herren :

  • Georg Jung – auf Triumpf-Ass
  • Dr. Reiche – auf Wanderer
  • Rudi Schubert – auf B.M.W.
  • Otto Irmscher – als Beifahrer bei Schubert
  • Willy Tenzler – aus Triumpf-Ass
  • Curt Gränz – auf Wanderer
  • Herbert Klaus – auf Triumpf-Ass
  • Fritz Schubert – auf Wanderer
  • Neschke, Wechlesburg – auf Schüttoff
  • Arno Teichmann – auf Schüttoff
  • Walter Fichter – auf 2 PS N.S.U.
  • Fritz Wächtler – auf namelosen Fabrikat
  • Willy Kiessig – auf Eichler
  • Max Kreher – auf Eichler
  • Kurt Hennig – auf D.K.W.
  • Fritz Kramer – auf Triumpf-Ass
  • Fred Heidl – als Beifahrer bei Kramer
  • Reimann, Gräbschütz – auf N.S.U.

Zur Erinnerung an diesen wichtigen Tag war Fotograf Schilling bestellt worden, der den Klub – wenn auch in recht ungünstiger Stellung – zur Platte brachte. Danach rief der Sportwart T e n z l e r  alle Fahrer zusammen, instruierte über das Verhalten auf der Fahrt und brachte zum Vorschlag – in Anbetracht des herrlichen Wetters – eine grössere Tour als die ursprünglich geplante ( Rochlitz-Penig-Burgstädt-Mittweida -Rochlitz ) zu unternehmen. Einstimmig entschied man sich für Augustusburg. Es folgte kurz entschlossen Aufstellung, Pfiff zum Maschine fertigmachen, zweimaliger Pfiff Abfahrt und schon setzte sich die Linie vom rechten Flügel unter Führung des Vorstandes ( G e o r g  J u n g ) anfangend, in Bewegung, und zwar zunächst zu einer Propagandafahrt durch Rochlitz. Leider konnten wegen des Gottesdienstes nur die Bismark-, Bahnhofstrasse und Lindenallee durchfahren werden.

An der Muldenbrücke schieden zufolge privater Gründe die Herren G r ä n z , K r e h e r  und K i e s i g  aus. Das „übrige“ setzte sich 10 Uhr 30 in flottem Tempo in Bewegung. Erlau wurde ¾ 11 passiert und 11 Uhr 5 langte man am „ Kaffee Bürger“ in Mittweida an. Verspätet traf dort W a l t e r  R i c h t e r  ein, dessen N.S.U. an inneren Leiden krankte und ihrem Besitzer auf der weiteren Fahrt noch verschiedentlich Ärger bereitete. 11 Uhr 30 ging`s unter Führung von D r.  R e i c h e  über Oberlichtenau nach Frankenberg. Wieder unfreiwilliger Aufenthalt und Stärkung wegen Ausbleibens der Richter´schen N.S.U. .Sie war unterwegs nicht vom Flecke zu Bewegen, litt an Verstopfung, bzw  an festgefressenem Kolben, und so musste eine Ölspritze dem Übel abhelfen.

12 Uhr 45 fuhr man über Flöha auf die Augustusburg zu, allerdings in derart unvorschriftsmässigem Tempo, dass zwischen den grossen Kanonen und den kleinen ein erheblicher Zwischenraum entstand. Strafe muss sein – die grossen verfuhren sich, und so traf die ganze Kolonne fast gleichmässig in Augustusburg ein.

Nach gemeinsamer Mittagstafel im „Erbgericht“, während wieder die N.S.U. anlangte, war Besichtigung des Schlosses und darauf Abfahrt in Richtung Oederan um 3 Uhr15 , von dort nach Hainichen um 3 Uhr 45 und dann 4 Uhr 30 nach Waldheim. H e n n i g  baute unterwegs vorübergehend ab. Nachdem sich der Sportwart bereits mit Wäscheleinen versehen und zum Abschleppen fertig gemacht hatte gings ohne Keil in der Riemenscheibe auf Hainichen zu. Dort hatte wieder K l a u s Schlauchpanne und am Ausgang der Stadt der Vorstand Vergaser-Defekt. In Waldheim fand sich der Klub dann bereits in recht munterer Stimmung wieder zusammen.

Die Rückfahrt soll nicht ganz einheitlich erfolgt sein, weil Richtzenhain von Verschiedenen nicht zu umgehen war ( Unterbrecher – Fehlzündung – vielleicht auch Auspuffrohr defekt)

Das Gros traf 8uhr 5 Minuten in Rochlitz ein.

23. Juli Übungsabend auf dem Rochlitzer Berg

Abwechslung im Arbeitsprogramm sollte heute ein Bergrennen – genannt Übungsfahrt – bringen . 8 Fahrer fanden sich gegen 7 Uhr an der Bergwirtschaft ein , die Herren :

  • Georg Jung
  • Rudi Schubert
  • Herbert Klaus
  • Willy Tenzler
  • Otto Irmscher
  • Arno Kluge
  • Walter Richter
  • Assesor Hähnel

Die Fahrer wurden einzeln auf die Strecke  „ Bergwirtschaft – Peniger Staatsstrasse -Bergstrasse von Rochlitz aus – wieder hinauf zur Bergwirtschaft „ geschickt und die Zeit genommen . Nach Rückkehr des einen fuhr der andere Fahrer ab . Die Fahrstrecke beträgt 6,500 km , dazu benötigten

  • Rudi Schubert – auf B.M.W – 6 min 15 s
  • Willy Tenzler – auf D-Rad – 6 min 30 s
  • Herbert Klaus – auf Triumpf-Ass – 6 min 53 s
  • Otto Irmscher – auf Schüttoff – 7 min 53 s
  • Otto Irmscher auf B.M.W. – 8 min 17 s
  • Arno Kluge – auf B.M.W. – 8 min 57 s
  • Walter Richter – auf D-Rad – 9 min 2 s

Als Tenzler seine Runde beendete und über einen Abschlag vor der Bergwirtschaft fuhr , löste sich vermutlich der Ständer vom Rade , und in Staubwolken gehüllt verschwand er mit Krach und Getose von der Bildfläche mit ca. 80 km/h .Als der Tote gesucht wurde , stand er mitten unter den Suchenden , die Maschine aber mit kleinen Schönheitsfehlern behaftet stak halb hüben – halb drüben im Gartenzaun . Dem Fahrer selbst war nichts zugestossen . Die Wiedergeburt wurde drum anschliessend gefeiert .